Plattdütsch

Plattdeutsch in alltäglichen Situationen

Visbeker Warkstäe för Plattdütsch

Visbeker Warkstäe för Plattdütsch mit umfangreichem Jahresprogramm 2015

Auch in diesem Jahr wartet die Visbeker „Warkstäe för Plattdütsch“ wieder mit einem umfangreichen und abwechslungsreichen Jahresprogramm auf. Es enthält Veranstaltungen für Schulkinder, Jugendliche und Erwachsene. Mit dem interessanten Angebot möchte die „Warkstäe“ Menschen erreichen, „dei platt schnacken käönt, dei ‘n bittken platt schnacken käönt un dei nich platt schnacken käönt, dat aower lern‘ willt“. Der Plattdeutschbeauftragte Erwin Stubbe ist sicher, dass Platt mehr ist als Döntges, Lieder und Holzschuhtanz. Deshalb soll die Sprache gefördert und gepflegt werden in alltäglichen Situationen wie in Gesprächen, beim Tanzen, Fahrradflicken, Kochen, bei Erster Hilfe, beim Handarbeiten oder Basteln.

Den Anfang macht am 10. Februar (ab 19:30 Uhr bei Dieckhaus) der erste „Klönaobend up Platt“, auf dem die Ansgargemeinschaft sich und das Schönstattzentrum Haus Marienstein vorstellen wird. „Wir möchten an diesen Abenden zwanglos, aber dennoch ernsthaft plattdeutsch reden“, so Stubbe. In der „Warkstäe“ sollen Vereine zu Wort kommen, die nicht so im Rampenlicht stehen wie zum Beispiel populäre Sport- oder Schützenvereine. Geplant sind Abende mit dem Malawi-Verein oder dem Verein Hilfe für Sudargas. Um Ostern werde es um in Sitten und Gebräuchen übrig gebliebene Elemente aus alten Götterglauben gehen. „Die Ideen“, so Stubbe, „kommen zumeist aus der Gruppe selbst“.

Am 11. Februar treffen sich Frauen (und interessierte Männer) um 19:00 Uhr zum Strickabend mit Jutta Helms im Näh-Café. Dabei soll auch gestickt, genäht oder gefilzt werden. Wer möchte, kann zu Hause begonnene Arbeiten hier weiterführen und sich Tipps bei Jutta Helms holen. Ratsam ist es dann, zuvor mit ihr abzuklären, was gegebenenfalls mitgebracht werden muss. Bei entsprechender Nachfrage werden im Frühjahr weitere Strickabende angeboten.

Kerls kaokt up Platt(en)“ heißt es am 20. Februar von 19 bis 23 Uhr beim ersten Kochabend des Jahres in der Lehrküche der Benedikt-Schule. Besondere Kochkenntnisse sind nicht erforderlich. Im Anschluss an das gemeinsame Kochen werden die zubereiteten Speisen verzehrt. Wer möchte, kann geeignete Gefäße mitbringen, aber „wenn Männer kochen, bleibt nichts übrig“, weiß Stubbe aus der Erfahrung der vorangegangenen Jahre. Bei ausreichend Interesse kann auch im Herbst ein Kochabend für Männer angeboten werden.

Zum Schnitzen von „Flaitpiepen“ am 25. April von 14:30 bis 16:00 Uhr sind Kinder in Begleitung eines Erwachsenen eingeladen. Oma/Opa oder Vater/Mutter sollen dabei ein Auge auf ihren Schützling haben, weil mit Messern gearbeitet wird. Ein Nebeneffekt des Generationen übergreifenden Angebotes sei, dass die Kinder erleben, „dass ihre Eltern/Großeltern ja platt sprechen können“, so Stubbe.

Ein besonderes und kostenloses Angebot für Jungen und Mädchen ab dem 8. Schuljahr ist die „Eierste Hülpe up Platt“. Dieser Lehrgang ist anerkannt für die Berechtigung zum Fahren eines Mofas. Der konkrete Termin steht noch nicht fest.

Am 27. Mai findet in der Visbeker St. Vitus Pfarrkirche ab 19:30 Uhr eine plattdeutsche Maiandacht statt. Die „Warkstäe“ ist in Verhandlungen mit verschiedenen plattdeutsch sprechenden Pastoren.

Bei „Kiek eis, wo schön dat aale blaiht“ gehen Kinder des 2. und 3. Schuljahres am 29. Mai von 15 bis 16 Uhr mit Ernst Kalvelage in den Peter-Pan-Garten.

Für Juni ist ein Termin vorgesehen zum Thema „Ick häbb ’nen Platten! Wat schall ick nu maoken?“ Kinder des 4. Schuljahres bekommen hier Tipps, wie man einen Fahrradreifen flickt. Der genaue Termin steht noch nicht fest.

Am 26. September folgt der Plattdütschdag an der Gerbertschule für alle Schülerinnen und Schüler ab Klasse 2. An diesem Tag „sind auch die plattdeutsch sprechenden Pensionäre eingebunden“, freut sich Stubbe. Zum Programm gehört auch ein gemeinsames Frühstück.

Noch nicht endgültig festgelegt sind die Termine für einen Cocktailabend mit Sascha Brengelmann (Vorschlag: 17. Juli). Als Gastgeber will der Heimatvorsitzende Manfred Gelhaus seinen Garten zur Verfügung stellen. Auch plattdeutsche Tanzabende mit der Tanzschule Sandmann/Vechta sind geplant, ebenso eine Adventsveranstaltung „Wir warten aufs Christkind“ für Kinder im Grundschulalter, bei der gebacken, gebastelt und gesungen werden soll.

Die Veranstaltungen werden in der Oldenburgischen Volkszeitung und auf der Homepage der Gemeinde Visbek im Internet angekündigt. Teilnehmer werden gebeten, sich rechtzeitig bei Erwin Stubbe unter Telefon 04445/2844 oder per E-Mail unter erwin.stubbe@t-online.de anzumelden.

 

Visbeker Bernd Muhle veröffentlicht neues plattdeutsches Buch

plattdeutsches Buch

Herr Bernd Muhle aus Varnhorn, Visbek, hat am 07. November 2014 sein zweites plattdeutsches Buch „Bittken Platt van Vörgistern bitt Vandaoge“ herausgegeben. Das Buch ist ab sofort in den Visbeker Geschäften Brinkhus sowie Peschke und Spaniol und in der Gemeindeverwaltung erhältlich. Auf 72 Seiten werden zahlreiche Geschichten aus Visbek und der näheren Umgebung erzählt. Der Preis für das Buch beträgt 9,80 €.
Natürlich kann das neue Werk auch direkt beim Autoren angefordert werden (Telefon 04445/7641).

 

Erwin Stubbe ist erster Plattdeutschbeauftragter der Gemeinde Visbek

Alfred Kuhlmann, Thomas Freese, Erwin Stubbe, Bürgermeister Gerd Meyer und Manfred Gelhaus

Am Dienstag, den 20. März 2012 erhielt der neue Plattdeutschbeauftragte der Gemeinde Visbek, Erwin Stubbe, seine offizielle Urkunde als Plattdeutschbeauftragter und ein plattdeutsches Wörterbuch des Heimatbundes Oldenburger Münsterland ausgehändigt. An dieser Feierstunde nahmen Bürgermeister Gerd Meyer, Vorsitzender des gemeindlichen Kulturausschusses Thomas Freese, Heimatvereinvorsitzender Manfred Gelhaus und Hauptamtsleiter Alfred Kuhlmann teil. Der ehemalige Rektor der Gerbertschule Visbek ist damit der erste Plattdeutschbeauftragte der Gemeinde Visbek. Die Region im Oldenburger Münsterland ist reich an Geschichte und Kultur. Das wichtigste Kulturgut ist die uralte, plattdeutsche Sprache. Seit 1999 gilt Plattdeutsch als Sprache, nachdem sie in die Europäische Charta der Regional- und Minderheitssprachen aufgenommen wurde. Die Plattdeutschsprecher zeigen seither mehr Selbstbewusstsein: Schaut her, ich kann Platt! Erwin Stubbe bildet zunächst eine Steuerungsgruppe als Ideenschmiede und hat bisher nur Zusagen von potenziellen Mitwirkenden erhalten.