Flanieren durchs Mittelmeer ohne die Visbeker Piazza zu verlassen 30.03.2014

Trio

Nach einem leckeren Kuchenbuffet, das der Kulturkreis Visbek zugunsten „Visbeker Familien in Not“ organisierte, begeisterte das Trio Macchiato mit „Café Méditerranéo“ das Publikum im Visbeker Rathaus

Kaum ist die Sonne eingezogen („gehört bei uns zum Programm“) entführte das Trio Macchiato die Visbeker am Sonntagnachmittag ans Mittelmeer.

Ganz im Zeichen europäischer Musikkultur zwischen romanischen Walzermelodien, schwungvollem Swing und feurigen Balkan-Beats steht das Hamburger „gescheckte“ Trio, das mit „Café Méditerranéo“ den passenden Soundtrack für jedes Kaffeekränzchen aus dem Ärmel schüttelt. Da wird der Mokka rund, und der Cappucino schäumt gleich noch mehr.
Die drei exzellenten Instrumentalisten haben sich vor zehn Jahren zusammengefunden: Valentin Butt, der sein Knopf-Akkordeon im Konzertsaal mit den Berliner Philharmonikern ebenso spielt wie in Szene-Clubs zur Datscha-Party; Jana Mishenina, die tatarische Meistergeigerin, die dazu mit herber Stimme osteuropäische Tanzlieder anstimmt - und Henry Altmann, der Zigeunernachfahr aus dem Allgäu, der an Kontrabass und simultan gespielter Percussion das Trio befeuert.

Mit leichter Hand mischen die drei Musikstile aus Swing, Tango, Schlager, Chanson, Klassik, Jazz und Folklore und entwerfen dabei einen mediterranen Sommertraum aus Vespafahren, Mokkatrinken und Erdbeereis.

„Il Giardino degli Arranci“ etwa entwirft ein zärtlich-südliches Pastell einer der schönsten Orte Roms, in „Azzurro“ wird aus Adriano Celentanos Rauhbeinnummer eine sehnsuchtsvolle, blasebalggestützte Saitenweise mit arabischen Untertönen, aus dem schnulzigen Mecano-Hit „Hijo de la luna” ein passionierter Mini-Tango, der so gar nichts mehr mit Pop zu tun hat. Dazu Rasantes aus dem orientnahen Bereich, die Klänge boten eine treffliche Kulisse für kleine und große Gefühle.

Selbst James Bond durfte nicht fehlen. Geschickt arrangierte Melodien aus dem Film "Liebesgrüße aus Moskau" entführten in den legendären Orientexpress, der orientalisierte Schlager „Istanbul“ brachte die Weise dorthin zurück, wo sie Irving Berlin vor 140 Jahren auf der Straße aufgeschnappt hatte.

Und eine "spätmusikalische Früherziehung" in Form einer rumänischen Hora gab es schlussendlich als umjubeltes Zeichen einer persönlich wie musikalisch gelebten „europäischen Gemeinschaft“.