Open-Air Konzert mit den GERMAN TENORS und Claudia Hirschfeld 30.08.2015

GrandVier 2015

Grandiose Stimmen und ein einzigartiges Ein-Frau-Orchester machten am letzten Sonntag den Parkplatz vor dem Pfarrheim St. Vitus zur großen Konzertbühne. Im Rahmen der „Grand 4 für Vier“-Veranstaltungen waren die German Tenors und Claudia Hirschfeld in Visbek zu Gast.
Noch zwei Stunden vor Beginn des Konzerts sorgte ein Platzregen für besorgte Gesichter bei den Verantwortlichen, doch pünktlich zum Beginn strahlten die Sonne und die Musik um die Wette. Der stellv. Bürgermeister Sascha Kotschofsky konnte viele Freunde des Kulturkreises Visbek begrüßen. Alle hatten sich eingefunden, um den Klängen der wohl bekanntesten Tenorformation Deutschlands und der Tastenvirtuosin Claudia Hirschfeld zu lauschen. Das Programm bestand aus beliebten Opern- und Operettenmelodien, aber auch bekannten italienischen Canzonen wie „Torna A Surriento“ oder „Vergiss mein nicht“. Claudia Hirschfeld setzte Kontrapunkte und ließ ihr Instrument auch mal mit einem Gospel-Medley, einer modernen Version von Bachs d-moll-Toccata oder einem Filmmusik-Meldey erklingen. Gerade diese Abwechslung war es wohl auch, die für einen besonders kurzweiligen Nachmittag sorgte.
Das Instrument von Claudia Hirschfeld war schon etwas ganz besonderes, erinnerte es doch im Aussehen an eine klassische Orgel, entpuppte sich aber als orchestrales Wunderwerk, das die Künstlerin nicht umsonst als das „innovativste Musikinstrument auf unserem Erdenball“ beschrieb. Doch das beste Instrument nützt nichts, wenn nicht ein Musiker daran sitzt, der diesem Instrument mit zwei Händen und zwei Füßen ein gewaltiges Klangbild entlockt – und mit Claudia Hirschfeld saß hier eine unumstrittene Meisterin an ihrem „Open Art Orchester“, die sowohl solistisch als auch in Begleitung der German Tenors viel Musikalität und Einfühlungsvermögen bewies.
Die beiden Tenöre Johannes Groß und Luis del Rio verzichteten zur Überraschung vieler auf eine Verstärkung mit Mikrofonen und bewiesen damit eindrucksvoll, wie im Kunstgesang geschulte Stimmen sogar Open Air bis in die letzten Winkel tragen können. Besonders der mächtige Tenor von Johannes Groß, Kopf und Gründer der German Tenors, riss das Publikum mit Arien wie „Nessun dorma“ oder „Zwei Märchenaugen“ immer wieder zu Begeisterungsstürmen hin. Aber auch der eher lyrische Tenor des gebürtigen Chilenen Luis del Rio konnte beim „Wolga-Lied“ oder dem beliebten „Granada“ überzeugen. Den Abschluss des offiziellen Teils bildete der Lehár-Klassiker „Dein ist mein ganzes Herz“, und das Publikum bedankte sich überschwänglich mit stehenden Ovationen. Nach der Zugabe „O Sole Mio“ gab es nochmals minutenlangen stehenden Applaus für drei Vollblutmusiker, die aber auch mit ihrer humorvollen Moderation ihr Publikum zu unterhalten wussten.
Bereits zwei Stunden vor dem Konzert öffnete die Kaffeetafel im Pfarrheim und konnte sich über viel Andrang freuen, was auch zu einem beachtlichen Erlös führte, der der Arbeit von Missionaren in Rumänien, Malawi, Brasilien und Sambia zugute kommt.