Neujahrskonzert mit dem Bremer Kaffeehaus Orchester 06.01.2016

Text von Sandra Ischen-Lange


Bremer Kaffeehaus Orchester

Neujahrskonzert „Champagnerlaune!“ vor vollbesetztem Rathaussaal

Mit dem Neujahrskonzert des Bremer Kaffeehaus-Orchesters am Dreikönigstag gelang dem Visbeker Kulturkreis ein fulminanter Start in die neue Saison. Mit großer Spielfreude und einem mitreißenden Musikprogramm verbreiteten die fünf Herren im Frack prickelnde Champagnerlaune im ausverkauften Ratssaal.
Nach einer gutgelaunten Einführung des Bürgermeisters Gerd Meyer begann das Quintett „wie die Wiener Philharmoniker aufhören“, so Klaus Fischer, Flötist, Klarinettist und Saxofonist der Gruppe: mit dem Donauwalzer. Doch so klassisch blieb es nicht. Es folgte ein bunter Mix verschiedenster Genres aus fünf Jahrhunderten Musikgeschichte - charmant, witzig und geistreich moderiert von Klaus Fischer, der das Publikum mit allerlei phantasievollen Anekdoten zu den einzelnen Musikstücken unterhielt. Zum breitgefächerten Repertoire des Quintetts gehören nicht nur beschwingte Walzer- und Tangomusik sondern auch Stücke aus den Bereichen Rock und Pop, Jazz und Blues, den Fischer scherzhaft als „the dark side of Kaffeehaus-Musik“ bezeichnet und mit den warmen Tönen seiner Bassklarinette stimmungsvoll untermalt. Auf Seals „Kiss From A Rose“ folgte „Satin Doll“ von Duke Ellington, nach Verdis „La donna è mobile“ kam Deep Purple.
In der Pause ebenso wie im Anschluss an das Konzert konnten sich die Besucher dank der freundlichen Bewirtung durch den Visbeker Kulturkreis mit Getränken und kleinen Häppchen stärken. Nach der Pause ging es mit Bizets „Carmen-Ouvertüre“ schwungvoll weiter.
Das Bremer Kaffeehaus-Orchester macht bereits seit 25 Jahren gemeinsam Musik. Die fünf Musiker – neben Klaus Fischer Constantin Dorsch (Violine), Johannes Grundhoff (Klavier), Anselm Hauke (Kontrabass) und Gero John (Cello) - haben sich während des Studiums an der Musikhochschule Bremen als Quintett zusammengefunden. Trotz ihrer klassischen Ausbildung haben sie keine Berührungsängste bezüglich anderer Musikstile. „Wir sind zwar klassisch angefangen“, erzählt Klaus Fischer, „aber nach und nach haben wir unser Repertoire erweitert, es wäre sonst langweilig geworden.“ Viele zeitgenössische Musiker seien von klassischen Komponisten beeinflusst, und hätten sie sich jemals treffen können, vielleicht wäre es anders herum genauso gewesen. „Für mich sind die eigentlich alle noch am Leben“, so Fischer.
Alle fünf Musiker komponieren auch selbst und so findet sich im Repertoire durchaus Überraschendes. Wer hätte zum Beispiel gedacht, dass die Vuvuzela nicht nur verbannter Fußballstadion-Krachmacher ist, sondern ein virtuoses, ausdrucksstarkes Instrument, wie der „Vuvuzela-Boogie“ eindrucksvoll bewies?
Das Bremer Kaffeehaus-Orchester war bereits zum vierten Mal in Visbek zu Gast, und es wird sicher nicht das letzte Mal gewesen sein, denn dem Quintett war die Lust am Konzert auch bei der dritten Zugabe noch anzumerken, wofür sich das begeisterte Publikum mit stehenden Ovationen bedankte.