Erziehungsberatung mit Herz und Humor

Jan Uwe Rogge

Jan-Uwe Rogge treibt den Visbekern die Lachtränen in die Augen

Die Veranstaltung im Visbeker Rathaussaal war ausverkauft  - das sind die Vorträge Jan-Uwe Rogges eigentlich immer. Deutschlands „Erziehungspapst“ („Kinder brauchen Grenzen“) referierte auf Einladung des Kulturkreises Visbek zum Thema „Kinder brauchen Eltern, die (sich) Grenzen setzen“ und wer einen trockenen, bierernsten Vortrag erwartet hatte, sah sich aufs Angenehmste getäuscht. Mit verschmitztem Augenzwinkern statt erhobenem Zeigefinger hielt Rogge den stressgeplagten Eltern den Spiegel vor und so mancher erkannte sich in den kleinen Anekdoten wieder, die der Erziehungsexperte aus seinem reichen Erfahrungsschatz zum besten gab.
Rogge fordert mehr Gelassenheit in der Erziehung. „Erziehung hat nichts mit 'ziehen' zu tun. Man schaut dem Gras beim Wachsen zu und zieht nicht am Halm, damit er schneller wächst.“ Erziehung sei nicht Vorbereitung auf das Leben sondern das Leben selbst. „Wenn du denkst, du hast ein Problem gelöst, da ist Licht am Ende des Tunnels, dann ist es oft ein entgegenkommender Zug.“ Wer nun konkrete Ratschläge und Erziehungsrezepte erwartet hatte, wurde enttäuscht. „Ich weiß es doch auch nicht“, gibt Rogge zu. Es gebe nun mal kein allgemeingültiges pädagogisches Patentrezept. Den Eltern rät er, Mut zu Fehlern zu haben und sich keinen Perfektionismus abzuverlangen. Wie Pestalozzi schon vor 200 Jahren sagte, habe Erziehung mit Lachen zu tun. „Lache dreimal am Tag mit deinem Kind“. Für eine gute Eltern-Kind-Beziehung sei das ein guter Anfang.

Text (il)