Rezitationswettbewerb in Visbek – Nicht nur auf die Aussprache kommt es an

Rezitationswettbewerb

Moderator Ludger Abeln führte durch den Abend
Bereits seit 2005 gibt es den in Deutschland einmaligen Wettkampf; ausgerichtet durch die Gemeinde Visbek, die Stadt und die Universität Vechta.

Dorothea Wolfsberger gewann den mit 1.000 € dotierten ersten Preis des Rezitationswettbewerbes im Rathaus der Gemeinde Visbek. „Sie habe viel recherchiert und sich ihre Texte von Gerhart Hauptmann in mühsamer Kleinarbeit erarbeitet“, so Wolfsberger.

Den zweiten Platz belegte Nele Schulz. Sie bekam einen Scheck über 500 €. Den dritten Preis und somit 300 € sicherte sich Danielle Beau.

Die drei Gewinnerinnen hatten sich an diesem Abend gegen ihre Mitbewerber Etienne Halsdorf, Fenja Henneking, Anna Wichtmann und Nina Carolin Eichmann durchgesetzt. Alle sieben Kandidaten trugen neben einem Ausschnitt aus dem Hexameter-Epos Till Eulenspiegel ihre eigenen Texte von Gerhart Hauptmann vor. So hörten die Besucher im Ratssaal u. a. Auszüge aus Bahnwärter  Thiel, Helios und Phaeton sowie Fuhrmann Henschel.

Der Moderator Ludger Abeln nutzte die Pausen zwischen den einzelnen Wettbewerbsträgern um den Besuchern die Person des Literaturnobelpreisträgers Gerhart Hauptmann näherzubringen.

Die Entscheidung über den Sieg hatte die vierköpfige Jury im Vorfeld getroffen. Dr. Ortwin Lämke, Prof. Baldur Neuber, Prof. Eberhard Ockel und Christian Zündel hatten schon am Nachmittag die Kandidaten angehört. Die vier Juroren achteten dabei vor allem auf eine klare und gepflegte Aussprache sowie Gestik und Mimik. „Der Vortrag müsse ein stimmiges Gesamtbild ergeben“, so Christian Zündel.
Am Abend ging es um die Vergabe des Publikumspreises. Dabei kommen die Besucher oft zu einem anderen Ergebnis als die Jury, sagt Dr. Ortwin Lämke.
Der Moderator favorisierte Nina Carolin Eichmann für den Publikumspreis. Er sagt. sie habe ihn mit ihrer Stimme und dem Vortrag von Bahnwärter Thiel sehr berührt. Das sah das Publikum genau so und sprach den mit 200 € dotierten Publikumspreis Nina Carolin Eichmann zu. Sie lag nur eine Stimme vor Anna Wichtmann. Grund genug für die Organisatoren spontan an die Altenbergerin einen zweiten Publikumspreis und 100 € zu vergeben.

Der Initiator des Wettbewerbes Prof. Eberhard Ockel lädt im nächsten Jahr ins Vechtaer Rathaus ein. Dann werden die Teilnehmer Texte von Robert Gernhardt vorbereitet haben.

Text: Christoph Heinzel, OV (21. November 2016)