Altdeponie „An der Twillbäke“ grundlegend saniert

Empfang Staatssekretärin
Foto: Gemeinde Visbek (Alfred Kuhlmann) Informierten über die Sanierung der Deponie „An der Twillbäke“ – v. l. Dr. Dieter Cordes, Bürgermeister Gerd Meyer, Staatssekretärin Almut Kottwitz, Dr. Uwe Kallert und Lars-Heiner Büch

Umwelt-Staatssekretärin Almut Kottwitz zu Gast in Visbek
Dr. Dieter Cordes, Sachverständiger des Büros Böker und Partner, Oldenburg, zeigte sich beim Besuch der Staatssekretärin im niedersächsischen Umweltministerium Almut Kottwitz (Bündnis 90/Die Grünen) am 08. Juni im Rathaus Visbek voll des Lobes über die Sanierung der Altdeponie „An der Twillbäke“: „Das Sanierungskonzept ist erfolgreich umgesetzt worden. Unter dem Gesichtspunkt des Naturschutzes ist die Totalsanierung hervorragend gelungen.“

Neben der Umwelt-Staatssekretärin und dem Sachverständigen konnte Visbeks Bürgermeister Gerd Meyer beim Empfang auch Dr. Uwe Kallert vom niedersächsischen Umweltministerium, Lars-Heiner Büch vom Gewerbeaufsichtsamt Hildesheim sowie die Visbeker Verwaltungsausschussmitglieder begrüßen. Der Bürgermeister machte deutlich, dass die Sanierung der Altdeponie seinerzeit sowohl im Gemeinderat als auch in der Bevölkerung auf Akzeptanz gestoßen sei, da „die Gefährdungssituation in dem FFH-Gebiet von allen gesehen wurde.“

Die „grüne“ Sanierung der Deponie an der Schützenstraße sei auch der Grund für ihren Visbek-Besuch verriet Staatssekretärin Almut Kottwitz: „Viele Altlasten sind in Niedersachsen zu beseitigen.“ Visbek sei bislang die einzige Gemeinde, die das sanierte Gebiet sich selbst überlasse, während andere Kommunen Bauprojekte geplant hätten. „Ich will mit dem Visbeker Projekt auch etwas Werbung machen, damit sich Nachahmer finden“, so die Umwelt-Staatssekretärin. Niedersachsenweit gebe es mehr als 10.000 erfasste Altablagerungen erläuterte Dr. Uwe Kallert, von denen zahlreiche untersucht und zwischenzeitlich „einige hundert“ saniert wurden.

In einer Präsentation wies Dr. Dieter Cordes darauf hin, dass der Bereich der „Twillbäke“ eines der wichtigsten Bachtal-Komplexe im westlichen Teil Niedersachsens sei. Dies verdeutliche auch die Notwendigkeit der Sanierung der Deponie, die in den 1950er- und 1960er-Jahren mit Hausmüll verfüllt wurde. „Damals durchaus legitim, da es eine Mülltrennung und –beseitigung heutigen Standards nicht gab.“

Entgegen ersten Berechnungen seien nicht nur 7.200, sondern 10.816 Tonnen Ablagerungen mit 400-Lkw-Ladungen zur Entsorgung nach Hamburg transportiert worden. Dabei seien Kosten von 694.900 Euro entstanden. Vom Gewerbeaufsichtsamt Hildesheim habe die Gemeinde Visbek eine Förderung in Höhe von 382.200 Euro erhalten. In der anschließenden Diskussion wurden Entsorgungsdeponien in Niedersachsen gefordert, um die Sanierungskosten zu reduzieren. Auch sei eine höhere Kostenbeteiligung des Landes Niedersachsen wünschenswert. „Vielleicht erhält Visbek ja einen ‚Sonderbonus‘ wegen der gelungenen Sanierung“, erklärte stellvertretender Bürgermeister Antonius Mönnig mit einem Augenzwinkern, bevor eine Besichtigung der ehemaligen Deponie erfolgte.