Barfuß-Weltrekord für den guten Zweck

„Entschleunigung, Entwichtigung, Entmächtigung“: Für Aldo Berti ist seine Barfuß-Pilgerreise mehr als ein Weltrekordversuch

Text von Sandra Ischen-Lange

Visbek. Barfußläufer Aldo Berti will in 86 Tagen 2100 Kilometer barfuß laufen und dabei Spenden für Projekte zugunsten benachteiligter Kinder sammeln. Die vierte Woche seiner Barfuß-Pilgerreise führte den Schwarzwälder zurück in heimatliche Gefilde. Der gebürtige Achimer kam nach Bremen und wanderte über Weyhe, Harpstedt und Wildeshausen bis nach Visbek, wo er am Wochenende Station machte. Amtsleiter Alfred Kuhlmann begrüßte den Barfußpilger im Namen der Gemeinde Visbek und überreichte neben Visbeker Präsenten eine Spende für den guten Zweck. 692 Kilometer hatte Aldo Berti bei seiner Ankunft in Visbek bereits zurückgelegt – die 700-Kilometer-Marke knackte er schließlich mit Gästeführer und Heimatvereinsvorstand Gerbert Schmedes, der dem Barfußwanderer eine kundige Führung durch den Ort gab. Das erste Drittel des Weges ist damit geschafft. Der Weltrekord-Aspirant ist am 28. Mai in Sassnitz auf Rügen gestartet, um barfuß auf dem Jakobsweg bis in die Schweiz zu wandern, zur schwarzen Madonna im Kloster Einsiedeln. Am 20. August will er sein Ziel erreichen.

Für Hilfsprojekte engagiert sich der Therapeut und Schauspieler schon seit Jahren. Zusammen mit einem Freund, dem ehemaligen Profi-Boxer Luan Krasniqi, lief er 2013 den Marathon zugunsten der SOS-Kinderdörfer. Nun also der Barfuß-Weltrekord. „Mein Plan war, 1800 Kilometer in 85 Tagen barfuß zu laufen“, erzählt Aldo Berti. Etwa ein Jahr bereitete er sich auf seinen Weltrekordversuch vor, begann, nur noch barfuß zu laufen, plante die Strecke und organisierte sich Übernachtungsmöglichkeiten. "Circa 80 Prozent meiner Übernachtungen sind gesponsert“, freut sich Berti. Auch Arno und Monika Wigger in Visbek unterstützen den Barfußpilger mit freier Kost und Logis.

Ein paar Wochen vor dem Start seiner Barfußpilgerreise erfährt Aldo Berti, dass es einen neuen  Weltrekord im Barfußlaufen gibt: Ein Ire hatte seine Heimatinsel in 104 Tagen umwandert und dabei 2080 Kilometer zurückgelegt. „Ich hatte schon alle Vorbereitungen getroffen und wollte das Projekt nicht abbrechen,“ sagt Berti. Deshalb habe er kurz entschlossen sein Ziel um 300 Kilometer erweitert. „Die Sonntage hatte ich eigentlich als Ruhetage eingeplant. Jetzt muss ich auch an diesen Tagen noch wandern, um die zusätzlichen Kilometer in der vorgesehenen Zeit zu schaffen.“ Bisher klappt das gut. Zwischen 25 und 40 Kilometern läuft Aldo Berti am Tag. Entschleunigung, Entwichtigung, Entmächtigung – das seien die Begriffe, die seine stundenlangen, oft einsamen Wanderungen am besten beschreiben, meint der 53-Jährige. Welche Schwierigkeiten galt es schon zu bewältigen? „Wenn die Sonne brennt und der Asphalt sich auf 80 Grad erhitzt, das ist schon sehr unangenehm“, sagt der Pilger. Auch Wege, die mit Schotter und zerstoßenem Glas aufgefüllt sind, seien schwer zu laufen. Er habe schon Splitter im Fuß gehabt,sei in Scherben getreten und habe Stürze überstanden, aber: „Ich habe die Erfahrung gemacht, je länger ich gelaufen bin, auch wenn ich Schmerzen hatte, irgendwann ließen die Schmerzen nach“, berichtet Berti. „Das läuft sich weg.“ Wunden versorgt der Barfußwanderer mit Sekundenkleber: „Pflaster verwende ich nicht, man könnte mir sonst vorwerfen, ich würde meine Füße tapen.“

Mit den Spenden will Aldo Berti drei Kinderprojekte unterstützen: die Friedrich-Ludwig-Schröder Kinderstiftung, die Radio 7-Aktion „Drachenkinder“ und seine eigene Sportförderung für mittellose, talentierte Kinder und Jugendliche.

Weitere Infos unter: http://barfussweltrekord.aldo-berti.de
Spenden: Aldo Berti Consulting, Commerzbank Villingen
IBAN: DE19 6944 0007 0159 912500
BIC: COBADEFFXXX
Verwendungszweck: (Ihr Name), Charity-Pilgertour-2017


Aldo Berti
Gerbert Schmedes, Gästeführer und Heimatvereinsvorstand, zeigt Aldo Berti die Visbeker Grotte.