Funde aus der Visbeker Frühgeschichte beeindrucken sehr

Fast 90 Gäste beim 6. Tag der Archäologie in Engelmannsbäke

Referenten 6. Tag der Archaeologie
Mitwirkende und Veranstalter: (von links) Michael Wesemann, Dr. Andrea Fischer, Christina Peek, Daniela Behrens, Olivia Knof, Antonius Mönnig, Gerbert Schmedes und Manfred Gelhaus. Foto: Koopmeiners

Zum „6. Tag der Archäologie" in Visbek begrüßten Bürgermeister-Stellvertreter Antonius Mönnig und der Vorsitzende des Heimatvereins Manfred Gelhaus namentlich Heimatbund-Präsident Hans-Georg Knappik (Damme), Dr. Beate Bollmann (Oldenburg) und Andreas Hummel, M.A. (Vechta) sowie etwa 80 Teilnehmer und Mitwirkende. Für die Veranstaltung am Sonntagnachmittag (19. November 2017) im Landgasthof Engelmann in Engelmannsbäke hatten Amtsleiter Alfred Kuhlmann (Gemeinde Visbek) und Gerbert Schmedes (Fachgruppe Archäologie im Heimatverein) ein informatives Programm vorbereitet.

Bürgermeister-Stellvertreter Antonius Mönnig erinnerte in seinen Grußworten an bedeutende Forschungsergebnisse bei Ausgrabungen in Visbek und die geplante Ausstellung "Archäologie und Geschichte". Moderator Manfred Gelhaus führte durch das Programm und stellte die vier Referentinnen und einen Referenten vor. Grabungsleiterin Daniela  Behrens und Olivia Knof, beide von der Firma denkmal3D aus Vechta, berichteten unter dem Titel: „Von Trichterbechern, Urnen und Bronzeschmuck - der Fundplatz von Lingen-Laxten“ über Grabungsergebnisse im Emsland. Nach der Prospektion durch das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege in Oldenburg wurden auf einer Fläche von fünf Hektar 24 Bestattungsplätze aus der Zeit von 3.400 bis 800 v. Chr. ausgegraben und „en bloc“ geborgen.

Dr. Dipl. Restauratorin Andrea Fischer, Dozentin im Studiengang Konservierung und Restaurierung an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart war mit sechs Studentinnen angereist, die im Rahmen ihres Studiums Funde aus Visbeker Frauengräbern vom „Uhlenkamp“ restauriert hatten. Die im Block geborgenen Visbeker Funde wurden ebenfalls von Christina Peek vom Niedersächsischen Institut für historische Küstenforschung (NIhK) in Wilhelmshaven begutachtet.

Die Anwesenden waren sehr beeindruckt, als Dr. Andrea Fischer schöne Funde ankündigte und Perlen aus Elfenbein (aus dem Mittelmeerraum)  sowie einen Silberreif aus einem Frauengrab präsentierte. Die wertvollen Funde bleiben in Visbek und sollen hier in der Ausstellung gezeigt werden. Die bestattete Frau hatte übrigens ein reiches Grab erhalten; sie war auf einer Matratze aus Pflanzenresten gebettet. Im Grab Nr. 46 gehörten zu einer Perlenkette auch eine Perle aus Bernstein und ein Messerchen mit Lederscheide. Ein Kreuzfibel-Fragment wurde aus der Frauenbestattung im Grab 106 geborgen. Die christliche Anstecknadel aus dem frühen Mittelalter (9. Jahrhundert n. Chr.) enthält Einlagen aus silbergrauem Metall (vermutlich Zinn). Zum wertvollen Schmuck gehörte auch ein Gürtelgehänge und nicht zuletzt ein „Nadelröhrchen“ („Nähset“). Dr. Fischer dankte ihren Studentinnen für den engagierten Einsatz in Stuttgart; die Funde wurden mit viel Sorgfalt restauriert und erstrahlen jetzt in neuem Glanz.

Grabungsleiter Michael Wesemann aus Oldenburg informierte anschließend über den vorläufigen Abschluss der Grabungen „Auf dem Sommerbrink“ in Stüvenmühle. Seit 2003 wurden dort mehrere Grabungen durchgeführt und bäuerliche Siedlungen mit zahlreichen Gebäuden (bis ins 13. Jh.) nachgewiesen. Somit blieb am Ende der Veranstaltung festzuhalten, dass der "6. Tag der Archäologie" in Visbek für die Teilnehmer sehr aufschlussreich war.