• Gemeinde Visbek

Günter Lücker verabschiedet sich nach fast fünf Jahrzehnten


Für die Erweiterung des eigenen Gemüsegartens schenkten die Kollegen Günter Lücker einige Gemüsepflanzen. Foto: Albers/Gemeinde Visbek

Fast 29 Jahre lang floss kein Geld bei der Gemeinde Visbek ohne das Wissen von Günter Lücker. Barzahlungen, Einzahlungen, Auszahlungen – für all das war er zuständig. „Das Geld muss eben rein und raus gehen“, fasst er seine Aufgaben als Kassenleiter kurz und knapp zusammen. Nun geht er nach fast drei Jahrzehnten bei der Gemeinde und insgesamt fast 48 Jahren im öffentlichen Dienst in den Ruhestand. Zahlreiche aktuelle und ehemalige Kollegen der Gemeinde Visbek verabschiedeten den 65-Jährigen am Dienstagabend (31. Mai) in den Ruhestand.


Seit dem 01. August 1993 war Günter Lücker in der Visbeker Gemeindekasse beschäftigt. Zuvor arbeitete er 19 Jahre lang beim Landkreis Vechta, wo er am 01. August 1974 auch seine Ausbildung begonnen und drei Jahre später erfolgreich absolviert hatte. Seit dem 01. Mai 1985 ist er Beamter auf Lebenszeit.


In all den Jahren habe sich das tagtägliche Kassengeschäft durchaus verändert; Stichwort Digitalisierung. „Die Zeiten haben sich erheblich geändert“, sagt Lücker. Eines blieb ihm aber über die ganze Zeit erhalten: seine Schreibmaschine, die hier und da noch immer zum Einsatz kam. „Einige Lehrlinge wussten gar nicht, was das ist, wenn sie hier anfingen“, sagt er und lacht. Das Schmuckstück schenkten ihm seine Kollegen zum Abschied als prägende Erinnerung an die Jahre in Visbek.


Lücker war aber nicht nur das „Gesicht der Kasse“, sondern seit dem 1. Dezember 1993 auch stellvertretender Standesbeamter. 129 Trauungen in fast 29 Jahren gehen auf sein Konto. Ein „Nein“ hat er in all der Zeit glücklicherweise nie hören müssen.


Personalratsvorsitzender Christian Erdmann verabschiedete Lücker im Namen der Kollegen in einer persönlichen und zugleich humorvollen Rede, in der er einen „typischen“ Arbeitstag des Beamten nacherzählte. Er hob hervor, wie beliebt Günter Lücker bei allen Kollegen war und gab dem passionierten Plattdeutsch-Theaterspieler mit auf den Weg: „Wie bei einem Theaterstück kommt es im Leben nicht darauf an, wie lange es dauert, sondern wie gut es gespielt wird“.


Bürgermeister Gerd Meyer verabschiedete Lücker ebenfalls mit persönlichen Worten und lobte ihn als äußerst pflichtbewussten und loyalen, aber auch feinfühligen Mitarbeiter.


Der Neu-Pensionär selbst wies die „salbungsvollen Worte“, wie er es nannte, sichtlich geschmeichelt von sich. Er dankte allen für den tollen letzten Tag und das zahlreiche Erscheinen zur Verabschiedung. Zudem wünschte er seiner Nachfolgerin Ines Hoffmann, die er bereits seit April eingearbeitet hat, alles Gute für die künftigen Aufgaben.