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Kreisnaturschutzbeauftragte und Gemeinde Visbek tauschen sich zu Baumfällarbeiten aus


Zum gemeinsamen Gespräch trafen sich jüngst (v.l.): Christian Erdmann (Bauamt), Frank Wahls (Amtsleiter für Bau-, Planungs- und Umweltangelegenheiten), die Kreisnaturschutzbeauftragten Ulrich Vaske, Christiane Lehmkuhl, Josef Taphorn und Bürgermeister Gerd Meyer. Foto: Gemeinde Visbek.

Die Kreisnaturschutzbeauftragten Christiane Lehmkuhl, Josef Taphorn und Ulrich Vaske besuchten im Rahmen ihrer persönlichen Vorstellungen bei den Gemeinden des Landkreises Vechta jüngst Visbek. Beim Antrittsbesuch wurde zunächst über die im Februar durchgeführten Baumfällungen und Heckenrückschnitte an der L873 in Richtung Wildeshausen gesprochen.  


Lehmkuhl war vor Ostern auf diese Arbeiten entlang einer Strecke von etwa 420 m aufmerksam gemacht worden und hatte den Umfang dieser Maßnahmen wegen der unmittelbaren Folgen für Natur und Landschaft kritisiert. Ihre umgehenden Rückfragen bei der Unteren Naturschutzbehörde wurde nach Ostern beantwortet. Die nun vorliegenden behördlichen Auskünfte bescheinigen der Gemeinde Visbek aus naturschutzrechtlicher Sicht korrekt gehandelt zu haben. Es seien keine Kompensationsflächen betroffen gewesen und die Unterhaltungs- und Pflegemaßnahmen lägen in der Verantwortung der Gemeinde Visbek, die hier ihren Verkehrssicherungspflichten und der nötigen Baum- und Heckenpflege nachgekommen sei.


Bürgermeister Meyer zeigte sich im Verlauf des Gesprächs jedoch offen für die Hinweise der Kreisnaturschutzbeauftragten. Diese führten an, dass derartige Eingriffe vor dem Hintergrund des Artenschutzes durchaus kritisch zu sehen seien, selbst wenn sie im rechtlichen Rahmen erfolgten. Denn Baumreihen und Hecken seien als Lebensraum für zahlreiche Arten wichtige Verbindungskorridore in der Agrarlandschaft. Um dieser ökologischen Bedeutung gerecht zu werden, erläuterte Taphorn, sei es notwendig, Hecken abschnittsweise im zeitlichen Abstand von einigen Jahren herunterzuschneiden.  Die Länge des jeweilig zu pflegenden Abschnitts sei abhängig von der Struktur und Ausprägung der Gehölzreihe. Eine Entnahme von mehreren hundert Metern am Stück sei zu viel. Kürzere Pflegeabschnitte böten den Vorteil, dass Rückzugsorte in räumlicher Nähe erhalten blieben, die ökologische Vielfalt würde gefördert.


In Abstimmung mit Bauamtsleiter Frank Wahls und den Mitarbeitern Christian Erdmann (Bauamt) und Walter gr. Siemer (Bauhof) griff Bürgermeister Meyer diesen Vorschlag auf und sagte zu, das gemeindeeigene Pflegekonzept in Abstimmung mit den Grundstückseigentümern entsprechend anzupassen. Bauhofmitarbeiter gr. Siemer betonte zudem, dass die entnommenen Bäume - überwiegend Zitterpappeln – zum Teil ersetzt werden würden mit standorttypischen Bäumen, sodass eine ausreichende Zahl sogenannter „Überhälter“ erhalten blieben.


Wie in den zuvor besuchten Gemeinden auch, wurden im Anschluss Möglichkeiten der Umsetzung des im sogenannten „Niedersächsischen Weg“ festgelegten Biotopverbundes auf Gemeindeebene diskutiert. Hier hat die Gemeinde Visbek bereits vor Erstellung des Regionalen Raumordnungsprogrammes des Landkreises Vechta, das entsprechende Vorrang- und Vorbehaltsgebiete festlegt, Initiativen gestartet, um entlang ihrer Gewässer einen Biotopverbund auch in Richtung Nachbargemeinden einzurichten. Wie andernorts auch, hängt die Umsetzung immer auch von der Flächenverfügbarkeit ab. Die Gemeinde Visbek wird am Ball bleiben, so Bürgermeister Meyer.

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