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"Chorage" nimmt Gäste mit auf musikalische Reise durch die Zeit und die Liebe

Autorenbild: Gemeinde Visbek
Gemeinde Visbek
vor 12 Minuten
3 Min. Lesezeit

Von Gerd Lauer


Ein bis an die Grenze gefüllter Kirchenraum, Chorgesang auf hohem Niveau, begleitet von zwei erstklassigen Musikerinnen, ein begeistertes Publikum und ein Großbild-TV-Gerät mit den Inhalt und die Stimmung der jeweiligen Lieder aufgreifenden Bildern und Filmen – beste Voraussetzungen für ein außergewöhnliches Konzert mit „Chorage“, zu dem der Visbeker Kulturkreis und die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde in die Visbeker Emmaus-Kirche geladen hatten. Und die Erwartungen des Publikums würden übererfüllt. Mit viel Beifall, Bravo-Rufen und Standing Ovations dankten die Zuhörer den Sängerinnen und Sängern sowie Dr. Ulrike Kehrer (Klavier) und Anne-Katrin Reich (Flöte).


Das Konzert des seit zehn Jahren bestehenden Chores stand unter dem Motto „Alles hat seine Zeit“. Chorleiterin Dr. Jutta Heyen erinnerte daran, dass dieses Thema „uns alle – bewusst oder unbewusst – durchs Leben begleitet“. Besonders sichtbar werde das im Wandel der Jahreszeiten. Und so nahm „Chorage“ das Publikum mit auf eine Reise, die wie Frühling, Sommer, Herbst und Winter von Aufbruch, Blüte, Reife und Abschied erzählte. Und ebenso vielfältig wie das Leben selbst und die Liebe sind, so abwechslungsreich war das Programm, dessen Lieder aus Deutschland, Irland, England, Schweden, Ukraine, Norwegen und Amerika stammen und die Zeit von der Renaissance bis zur Moderne umfassen. Die Mitglieder des Chores stellten abwechselnd jedes Lied vor.


So passte das Auftaktlied „To everything“ von Ed Harris exakt zum Motto des Konzertes. „To everything there is a season“ (Für alles gibt es eine (Jahres-)Zeit): Viele unter den Zuhörern mögen darin einen bekannten Song der Byrds aus dem Jahr 1965 (Turn, turn, turn) wiedererkannt haben. Die Freude über den Frühling, die erwachende Natur und die weibliche Anziehungskraft drückte das Lied „Veronika, der Lenz ist da“ aus, das die Comedian Harmonists in den 30er Jahren zu einem Klassiker der deutschen Musikgeschichte machten. Das englische Madrigal „Now is the month of maying“ (1595) zelebriert die junge Liebe, Natur, Fröhlichkeit und das Feiern und fordert auf, die Zeit nicht zu vertrödeln, sondern die süßen Freuden des Lebens zu genießen. Den Abschied thematisierte das traditionelle irische Auswandererlied „Paddy’s Green Shamrock Shore“. Letztes Frühlingsstück war „Top of the world“. Es erzählt von zwei Menschen, die sich begegnen, einander entdecken und überglücklich sind. 1972 kamen die Carpenters mit ihrer Version des Liedes in die Charts.


In den Sommer startete „Chorage“ mit dem „Sommarpsalm“, dem populärsten schwedischen Chorstück überhaupt, das auch als heimliche Nationalhymne des Landes gilt. Der Chor sang dieses Lied auf Schwedisch. Um sich im Wind wiegende Gerstenfelder, die wie Gold aussehen, geht es bei „Fields of Gold“, einem Lied, das Sting geschrieben hat, als er in England auf dem Lande nahe eines Gerstenfeldes lebte. Jazzig wurde es bei „Blue skies“, einem Jazz-Standard von Irwing Berlin aus dem Jahr 1926. Stilgemäß übernahmen einzelne Sängerinnen und Sänger stimmlich die in solchen Stücken üblichen Soloparts verschiedener Instrumente. „God only knows“ von den Beach Boys (1966) thematisiert bedingungslose Liebe und ewige Treue. Das Stück gilt als einer der besten Popsongs aller Zeiten.


Mit „Autumn leaves“, einer Übersetzung des französischen Chansons „Les feuilles mortes“ (abgestorbene Laubblätter) startete der Chor in den Herbst. Es folgte „Autumn“ des norwegischen Komponisten Ola Gjeilo, das eine goldene, einhüllende Herbststimmung im Wald vermittelt. Komplettiert wurde diese Jahreszeit mit dem Lied „Come again“, mit dem „Chorage“ tief in die Renaissance eintauchte. Komponist John Dowland (1562-1625) gilt als der virtuoseste Lautenist seiner Zeit. Den Part der historischen Laute übernahmen Birgit Osterkamp und Jens Sörensen an den Gitarren.


Der Winter hielt Einzug dem Lied „Under winter moon“. Begleitet von Dr. Ulrike Kehrers zartem Klavier, das den fallenden Schnee symbolisierte, und Anne-Katrin Reich auf der Flöte fing „Chorage“ die Schönheit einer klaren Winternacht ein. „Little swallow“, ein ukrainisches Lied aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts, erzählt die Geschichte einer Schwalbe, die in ein Haus fliegt, um Wohlstand im neuen Jahr zu verheißen. Im letzten Lied „Sally Gardens“ dringt der Winter in eine Liebesbeziehung ein. Aus Nähe wird Distanz. Sally Garden ist sowohl ein konkreter Ort in Irland wie auch ein zentrales Element dieses bekannten irische Liedes, das eine verlorene Liebe thematisiert.


Nahmen das Publikum mit auf eine Reise durch die Jahreszeiten: Der Chor "Chorage" feierte mit dem Konzert sein zehnjähriges Bestehen. Foto: Hermes
Nahmen das Publikum mit auf eine Reise durch die Jahreszeiten: Der Chor "Chorage" feierte mit dem Konzert sein zehnjähriges Bestehen. Foto: Hermes

Fotos: Hermes


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