Bürgerpreisträger machen die Gemeinschaft besser
- Gemeinde Visbek
- 2. Juni
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Als sich am Ende des Abends alle Gäste im Ratssaal des Visbeker Rathauses zu stehenden Ovationen erhoben, war klar: Die erste Verleihung des Visbeker Bürgerpreises war eine rundum gelungene Veranstaltung. Mit dem Preis möchte die Gemeinde von nun an jährlich den Einsatz von Ehrenamtlichen würdigen.
Ausgezeichnet wurden am Donnerstagabend (28. Mai) im Ratssaal sechs Personen und eine Gruppe: Franz-Josef Lamping und Franz Grave für ihren Einsatz in der Flüchtlingshilfe, Gertrud Kühling und Agnes Gelhaus für ihr Engagement im Kulturkreis Visbek, Alfons Hoping für sein Wirken in der Litauenhilfe, Antonius Mönnig für sein politisches und vielseitiges Vereinsengagement sowie die Theatergruppe der Kolpingsfamilie Visbek.
In seiner Begrüßung hob Bürgermeister Gerd Meyer die Wichtigkeit von bürgerschaftlichem Engagement hervor. Er nannte ehrenamtlichen Einsatz den „Kit für unsere Gemeinschaft“ und lobte die Preisträger als Persönlichkeiten, die sich „in beeindruckender und nachahmenswerter Weise für ihre Mitmenschen eingebracht haben“.
Kolping-Theatergruppe: Laudator Michael Düvel ging in seiner Laudatio auf die jahrzehntelange Geschichte der Kolping-Theatergruppe ein und widmete sich der Frage, ob früher alles besser war, was er schmunzelnd mit einem „Ja und Nein“ beantworten konnte. Trotz der großen Konkurrenz durch Fernsehen, Streaming-Anbieter und Ähnlichem gelingt es der Theatergruppe seit Jahren, ausverkaufte Vorstellungen zu geben. Das Besondere daran: Der Erlös wird jedes Jahr für wohltätige Zwecke gespendet. Die Entwicklung der Theatergruppe bezeichnete Düvel zusammenfassend als Erfolgsgeschichte und resümierte: „In dieser Hinsicht ist heute alles besser.“
Franz Josef Lamping: „Die Kolpingsfamilie ist ohne Franz Josef nicht denkbar“, fasste Laudator Eduard Langfermann das Wirken des Geehrten zusammen. Noch prägender als sein Einsatz in der Kolpingsfamilie ist sein Wirken in der Flüchtlingshilfe Visbek. 2014 war Franz Josef Lamping einer der Mitbegründer. Von 2015 bis 2019 nahmen er und seine Frau Barbara Geflüchtete bei sich auf. Er unterstützt die Menschen bei Behördengängen, Deutschkursen und rief Integrationsveranstaltungen ins Leben. „Es gibt in Visbek nur wenige Bürger wie ihn“, sagte Langfermann.
Franz Grave: Auch Franz Grave ist in der Flüchtlingshilfe engagiert – und das mit stolzen 92 Jahren. 2015 war er einer der ersten, die sich um geflüchtete Familien kümmerte, hob Laudator Gerd Brengelmann hervor. In seiner Nachbarschaft lebten drei Familien, denen er kurzerhand seine Hilfe anbot. Er half bei der Wohnungs- und Arbeitssuche, begleitete die Kinder zur Schule, fuhr sie zum Sport und half bei Anträgen und Behördengängen. Zwei der Familien unterstützt er bis heute. Selbst an seinem 92. Geburtstag war er mit dem Ausfüllen von Anträgen beschäftigt, wusste Brengelmann zu berichten. Grave möchte weitermachen, solange er geistig fit bleibt, ließ er die Gäste in einem kurzen Dankeswort wissen.
Alfons Hoping: „Du hast den Mut zu handeln, wo andere reden“, sagte Laudator Viktor Ripke über Preisträger Alfons Hoping. Seit 1996 engagiert er sich in der Litauenhilfe und hat seitdem drei Kinderheime in Alvitas aus- bzw. aufgebaut. Die Kinderheime unterstützt er durch Sach- und Geldspenden, von denen viele hier vor Ort gesammelt werden. Regelmäßig ist Alfons Hoping in Litauen und wurde 2009 zum Ehrenbürger des Rajon Vilkaviskis ernannt. Mit unermüdlichem Einsatz mache er mitunter das scheinbar Unmögliche möglich. Sein Engagement zeige, wie viel ein einzelner Mensch bewirken kann, würdigte Ripke. „Der Bürgerpreis gehört uns allen“, sagte Hoping, da sein Wirken nur durch die Unterstützung der Mitbürger möglich sei.
Antonius Mönnig: Antonius Mönnig engagiert sich seit vielen Jahren in der Kommunalpolitik. Seit 2011 gehört er dem Gemeinderat an und nimmt seitdem als stellvertretender Bürgermeister unzählige Termine wahr. Außerdem gehörte er dem Vorstand der CDU Visbek an. Daneben engagiert er sich als Schiedsmann der Gemeinde Visbek, ist zweiter Vorsitzender des Fördervereins Haus St. Benedikt, war 1987 Mitbegründer der Kompanie Mittelesch und lange Jahre ihr Kassierer und er gehört dem Vorstand des Männergesangsvereins von 1873 Visbek an. „Wer singt, hört auch andere“, sagte Laudator Sven Oesten über den Geehrten. „Du hast die Verantwortung nie gesucht, um im Mittelpunkt zu stehen.“ Damit Visbek eine liebenswerte Gemeinde bleibt, brauche es Menschen wie Antonius Mönnig, schloss Oesten seine Lobrede.
Agnes Gelhaus und Gertrud Kühling: „Ohne euch wäre keine einzige Kulturkreisveranstaltung, wie sie war: herzlich und einladend“, sagte Laudatorin Dr. Jutta Heyen über Agnes Gelhaus und Gertrud Kühling. Die beiden Frauen gehören dem Kulturkreis seit der Gründung an und kümmern sich nicht nur bei jeder Veranstaltung um die Dekoration – so übrigens auch beim Bürgerpreis –, sondern sorgten für die besondere Atmosphäre, die bei den Veranstaltungen herrsche. Darüber hinaus seien sich die beiden für nichts zu schade: Sei es das Flicken einer Strumpfhose, das Reparieren eines Reißverschlusses oder auch das Stricken eines ganz besonderen Schals. „Ihr seid die Seele des Vereins“, schloss Heyen und rief die Gäste im Saal zu stehenden Ovationen für alle Preisträger auf.
Musikalisch begleitet wurde der Abend von Amelie Mosel und Henning Surmann von der Kreismusikschule Vechta. Sie gaben am Euphonium die Stücke „Somewhere Over The Rainbow“, „Gonna Fly Now“ und „Hedwig’s Theme“ zum Besten.
Ein Dank ging an die Jury des Bürgerpreises: die Ratsmitglieder Jan Funke, Annette Hanken, Anja Muhle und Martin Rohe sowie Hauptamtsleiter Jörg Reinke. Sie hatten im Vorfeld als Arbeitsgruppe das Konzept und die Kriterien für den Bürgerpreis erarbeitet.
Nach den Ehrungen klang die Veranstaltung bei einem Imbiss und angenehmen Gesprächen aus.

Bildergalerie: Albers/Gemeinde Visbek
































































































































































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