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Ludger Hermes sagt „Ja“ zum Ruhestand



Ludger Hermes mit seiner Ehefrau Lena sowie Bürgermeister Gerd Meyer (v. l. n. r., Foto: Bohmann)

33 Jahre und neun Monate, 983 Trauungen, 0 Nein-Worte: Mit dieser beeindruckenden Bilanz hat sich zum Jahresende Visbeks Standesbeamter Ludger Hermes verabschiedet. Für den 63-Jährigen beginnt mit dem Jahreswechsel die Freistellungsphase seiner Altersteilzeit, bevor er am 01. Mai 2025 offiziell in den Ruhestand geht.


In einer Feierstunde am Freitag (29. Dezember), zu der auch einige langjährige Weggefährten kamen, dankte Bürgermeister Gerd Meyer dem Standesbeamten mit persönlichen Worten und lobte ihn als äußerst pflichtbewussten und loyalen Mitarbeiter. 


Ludger Hermes begann seine berufliche Laufbahn 1978 zunächst mit der Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann. Nach deren Abschluss im Jahr 1980 diente er acht Jahre lang in der Bundeswehr. In dieser Zeit machte er eine schulische Weiterbildung zum Verwaltungsfachangestellten am Niedersächsischen Studieninstitut in Oldenburg. Nach dem Abschluss des „Angestelltenlehrgangs 1“ im August 1989 war er von September bis März 1990 im Ausländeramt des Landkreises Vechta tätig, bevor er im April zur Gemeinde Visbek wechselte.


Hier war er zunächst unter anderem im Wohngeldamt tätig und absolvierte den „Angestelltenlehrgang 2“, bevor er 1993 zum Standesbeamten bestellt wurde und schließlich ab 1994 für die Bereiche Standesamt und Personalwesen hauptverantwortlich zuständig war. Ab 2003 übernahm er verschiedene Aufgaben im Hauptamt, bevor er 2010 wieder ins Standes- und Personalamt zurückkehrte. Diesen Bereichen ist er bis heute treu geblieben. Darüber hinaus ist er seit vielen Jahren der stellvertretende Amtsleiter im Amt für zentrale Dienste und Bürgerservice.


Trotz hunderter Eheschließungen ist dieser Teil seiner Arbeit für ihn nie zum Alltag geworden. „Trauungen sind immer etwas Besonderes, vor allem die Eheschließungen in der Gartenanlage der Familie Osterloh in Halter“, sagt der dreifache Familienvater. Seit 2013 kann man sich dort das Ja-Wort geben. Und das kommt gut an: Ludger Hermes hat in Halter etwa 80 Paare getraut.


Ein „Nein“ musste der Visbeker in all den Jahren nie hören. „Es ist wohl mal vorgekommen, dass Paare nicht zum Termin erschienen sind, aber das war es dann auch.“ Oder das Gegenteil war der Fall: Es gab auch Paare, die Ludger Hermes zweimal trauen durfte: Nach der Heirat folgte die Scheidung und darauf die erneute Eheschließung.


Wer so viele Trauungen erlebt, der erlebt natürlich auch kuriose Dinge: „Ich kann mich gut daran erinnern, dass wir im Trauzimmer mal alle auf dem Boden herumgekrabbelt sind, weil einer der Ringe heruntergefallen war“, erzählt er und lacht. „Letztlich ist der Ring so kurios gerollt, dass er hochkant am Schreibtischfuß liegen blieb – und somit einigermaßen schwierig zu finden war.“


Auch wenn Ludger Hermes den meisten Visbekern aus seiner Tätigkeit als eheschließender Standesbeamter bekannt ist, steckt hinter seinem Aufgabenbereich weit mehr. „Die Eheschließungen sind eigentlich nur ein Bruchteil der Arbeit“, sagt er. Hinzu kommen die Beurkundung von Geburten und Sterbefällen, Namenserklärungen, Vaterschafts-anerkennungen und Kirchenaustritte.


Um all das kümmert sich nun Hermes‘ Nachfolger Christian Meyer, der vielen aus dem Visbeker Meldeamt bekannt sein dürfte. Das Personalwesen übernimmt künftig Christina Düser.


Auf den Abschied blickt Ludger Hermes mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Das Miteinander der Kollegen sowie die gemeinsamen Veranstaltungen und Ausflüge werden mir auf jeden Fall fehlen“, sagt er.


Langeweile dürfte ohne den Berufsalltag dennoch nicht aufkommen, da der 63-Jährige schon viele Pläne für die Zukunft hat. Beispielsweise will er sich verstärkt um seinen großen Garten kümmern, in dem er vor einigen Jahren ein Gewächshaus gebaut hat. Zudem fährt er leidenschaftlich gerne Rennrad und hat unter anderem schon die Alpen überquert und ist bis nach Prag gefahren. Etwas „ruhiger“ geht es zu, wenn er sich mit der Arbeit für die Dorfchronik in Halter beschäftigt.


Und mit einem weiteren Gedanken liebäugelt er auch: „Ich überlege, mir ein Touren-Motorrad zu kaufen.“ Damit könnte er dann beispielsweise nach Schweden fahren, wo eine seiner Töchter, lebt.

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