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Ein seltenes Vergnügen für Ohren und Augen begeistert Publikum

  • Autorenbild: Gemeinde Visbek
    Gemeinde Visbek
  • 22. Sept.
  • 2 Min. Lesezeit

Von Jutta Heyen


Zu einem ungewöhnlichen Konzert, das sich aus vier Elementen zusammensetzte, lud der Kulturkreis Visbek am Samstag (20. September 2025) in die Emmauskirche Visbek auf den Spuren der Natur ein.


Zunächst präsentierten die Parforce-Bläserinnen und -Bläser unter der Leitung von Juri Ort Musik verschiedenster Richtungen wie von Mozart und Telemann, vor allem aber aus der französischen Literatur. Da Parforcehörner keine Ventile haben, mussten die Musiker nur mit Lippen- und Atemtechnik die sogenannten Naturtöne aus den Schalltrichtern ihrer Instrumente herausholen, was die Bläser ständig an musikalische Grenzen bringt.


Überwiegend klang dieses archaisch anmutende Repertoire von leise/zärtlich über feierlich bis monströs/gewaltig. „Geerdete, urtümliche Musik“ oder „Klänge der Natur“ – so  beschrieben nach dem Konzert die gebannt lauschenden Zuhörer den besonderen Charme dieses Instruments.


Als zweiten Bestandteil dieser besonderen Veranstaltung wurden im Wechsel zur Musik der Parforcehörner Naturfotografien des Cloppenburger Autors, Journalisten und OM-Kolumnisten Andreas Kläne an die Wand der Emmauskirche projiziert, zu denen er als dritten Aspekt eigene Texte sprach, die einerseits Themen aus der Natur aufgriffen und damit die Erdung der Natur-Instrumente weiterführte. Andererseits luden einige Texte zum Nachdenken über sich selbst ein, wie eine Zeit für die Seele, die sich im Umfeld der Natur auf das Wichtige besinnt.


Und als viertes und letztes Element improvisierte Carsten Klinker emphatisch, nuanciert und abwechslungsreich an der Orgel während und nach dem Textvortrag und stellte durch die musikalischen Elemente Tempo, Rhythmus, Akzentuierung und Pausen eine tiefere Verbindung zum Text her. Es entspann sich ein berührender Dialog zwischen Klänes Texten und der musikalischen Antwort Klinkers, für den die Worte Klänes auch schon „Musik sind“. Wenn Kläne beispielsweise las „wenn all ihr Kiefern, Buchen, Farne euch, vom Wind bewegt, zum Tanz der Wälder schwingt“, hörte der Zuschauer anschließend so deutlich den Wind im Orgelspiel, dass man ihn praktisch durch die Haare wehen fühlte.


An anderen Stellen im Orgelspiel erklangen Ansätze von bekannten Volksliedern, die sich im weiteren Verlauf in neue Leitmotive, Klangfarben und emotionale Atmosphäre weiterentwickelten und veränderten.


Die Sinneswahrnehmungen der erdigen Vibrationen der Parforcehörner im Körper, das Sehen der Bilder und das Hören der Hörner und der Orgel sowie der gehaltvollen und berührenden Texte verschmolzen zu einer wohltuenden Gesamt-Wahrnehmung. Synästhesie im wunderbarsten Sinn.


Das begeisterte Publikum forderte mit langanhaltenden Standing Ovations eine Zugabe.


Musik, Bilder und Texte wurden beim Konzert in der Emmauskirche vereint. Foto: Muhle
Musik, Bilder und Texte wurden beim Konzert in der Emmauskirche vereint. Foto: Muhle

Bildergalerie: Muhle


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