Freiwillige Feuerwehr Visbek erinnert an 150 Jahre Brandschutz in der Gemeinde
- Gemeinde Visbek
- 20. Jan.
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Aktualisiert: vor 4 Tagen
Von Bernd Koopmeiners
In Visbek wurde 1876 ein Feuerlöschwesen ins Leben gerufen; die heutige Freiwillige Feuerwehr erinnert an die Gründerzeit und 150 ereignisreiche Jahre. Das runde Jubiläum des Brandschutzes wird mit einem „Tag des offenen Rolltors“ rund um das Feuerwehrhaus (Bremer Tor 4) am 30. August 2026 (Sonntag) und mit einer „Jubiläumsnacht/-feier am 05. September 2026 (Samstag) besonders begangen.
Die Anfänge des Feuerlöschwesens waren auch in Visbek bescheiden; im Brandfalle war es üblich, dass die Nachbarn zum Brandort eilten, um sich dort irgendwie nützlich zu machen. Als Löschhilfe standen meistens nur wenige Feuerpatschen, Nothaken und Wassereimer zur Verfügung. Wasser gab es im Hofbrunnen, in einer „Vieh-Tränkekuhle“ oder eventuell im Dorfteich.
Dichterfürst Friedrich Schiller (1759-1805) schildert im „Lied von der Glocke“ (1799) einen großen Brand, der eine ganze Häuserzeile vernichtet. Vor 200 Jahren waren Wassereimer noch die wichtigste Löschhilfe. Schillers Verse lauten: „Alles rennet, rettet, flüchtet, taghell ist die Nacht gelichtet, durch der Hände lange Kette um die Wette fliegt der Eimer hoch im Bogen, Sprützen Quellen, Wasserwogen.“
Der Fürstbischof von Münster, Landesherr der Ämter Vechta und Cloppenburg (Niederstift Münster) bestimmte 1753 erste Feuerordnungen und Vorschriften für den Brandschutz. Im Erlass vom 21. Januar 1753 ist auch „Vißbek“ im Amt Vechte“ aufgeführt. Im Jahre 1768 wurde die Münstersche Feuerversicherung geschaffen, der alle Hausbesitzer angehören mussten. Bei Bränden war man nun zumindest materiell abgesichert.
In Visbek war ab 1774 Franz Schillmöller als Nachtwächter eingesetzt; im Brandfall sollte er die Einwohner mit seinem Brandhorn alarmieren; der Küster musste die Brandglocke läuten.
Als letzter Nachtwächter wurde im Juni 1878 Gerhard Reinke eingesetzt, genannt „Lüttke Gerd“; er erhielt 120 Mark Jahreslohn, dazu acht Mark für den Nachtwächterrock. Reinke verwaltete sein Amt mit Umsicht und achtete unerbittlich auf die Einhaltung der „Polizeistunde“ (Mitternacht). Der Nachtwächter starb am 26. Februar 1900. Das Amt wurde nicht wieder vergeben.
Kirchspielvogt Gerhard Hildemann (1760-1817) hatte 1793 eine Feuerspritze für Visbek beantragt und erneut am 4. Juli 1811. Seine Feststellung lautete: „Brandgeräthschaften gibt es hier gar nicht.“
Eine neue Epoche begann am 30. Juni 1803: das Niederstift wurde dem Herzogtum Oldenburg (ab 1829: Großherzogtum) angegliedert. Am 23. August 1823 wurden vom Amt Vechta besondere Vorschriften über „Brandgerätschaften, Abstellung feuergefährlicher Anlagen und Feuerabwendung“ erlassen. Die Gebäude in der Gemeinde wurden ab 1816 bei der Landesbrandkasse Oldenburg versichert. Mit dem „Gesetz über feuerpolizeiliche Vorschriften“ vom 3. August 1876 wurde im Großherzogtum ein besserer Brandschutz angestrebt, aber auch die Zuständigkeit der Gemeinde eindeutig festgelegt.
Für Visbek war die Umsetzung des Gesetzes sachlich und personell kein Problem. Auf einem Wegeplacken an der Goldenstedter Straße (bei Ludger Freese) wurde 1892 ein Spritzenhaus mit Arrestzelle errichtet. Eine funktionierende Feuerspritze war im Kirchspiel ebenso vorhanden wie ein erfahrener Spritzenmeister. Joan Hinrich Hake (1811-1882); der Kupferschmiedemeister betreute sachkundig die Feuerspritze. Hake verstarb am 29. Januar 1882 in Visbek.
Sein Sohn, Kupferschmied Georg Hake, Jahrgang 1859, übernahm das Amt. Er wurde laut Ratsprotokoll am 22. März 1885 für vier Jahre als Spritzenmeister gewählt und vereidigt. Schmied Gerhard Hackstette wurde als Stellvertreter gewählt sowie als Spritzenmannschaft acht Männer. Der bewährte Spritzenmeister wurde wiederholt im Amt bestätigt; letztmalig am 10. April 1922; Georg Hake starb am 12. Oktober 1939 in Visbek.
Am 20. September 1903 wurde eine neue Feuerspritze mit 350 Metern Druckschlauch und acht Metern Saugschlauch angeschafft.
Nach 47 Jahren mit einer „Pflichtfeuerwehr“ begann 1923 mit der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr ein neues Kapitel. Im Jahre 1936 wurde ein neues Feuerwehrgerätehaus mit Trockenturm errichtet und am 25. Juli 1937 beim Kreisfeuerwehrtag an die FF übergeben. Die Wehr verlor durch den Zweiten Weltkrieg (1939-1945) zahlreiche Kameraden. In der wechselvollen Geschichte folgten dann aber gelungene Aufbaujahre, u. a. mit einem neuen Feuerwehrhaus (1976), modernen Einsatzfahrzeugen und vor allem mit aktiven Mitgliedern einschließlich der Jugendfeuerwehr Visbek.









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